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Tanz auf dem Vulkan in der Sporthalle Stadtmitte - Knights verpassen Sensation gegen Tabellenführer Bayreuth

04.01.2009 1.200 Zuschauer in der bis auf den letzten Stehplatz ausverkauften Sporthalle Stadtmitte erlebten zum Jahresbeginn einen sportlichen Leckerbissen: zwar behielt der BBC Bayreuth mit 63:66 am Ende die Oberhand – in einem vor allem von der Defense geprägten Spiel hatten die Knights bis Sekunden vor Schluss aber noch eine Chance auf den Sieg.

1.200 Zuschauer in der bis auf den letzten Stehplatz ausverkauften Sporthalle Stadtmitte erlebten zum Jahresbeginn einen sportlichen Leckerbissen: zwar behielt der BBC Bayreuth mit 63:66 am Ende die Oberhand – in einem vor allem von der Defense geprägten Spiel hatten die Knights bis Sekunden vor Schluss aber noch eine Chance auf den Sieg.

Ausnahmestimmung in und vor Kirchheims Sporthalle Stadtmitte: bereits um 19:10 Uhr entschied Hallenchef Franjo Kikic: „Nichts geht mehr – wir sind ausverkauft!“ Nur noch Dauerkartenbesitzer und jene, die Karten vorbestellt hatten, erhielten Einlass in die Halle. Dort waren schon lange alle Sitzplätze belegt und die über 80 Bayreuther Fans mussten sich in den viel zu kleinen Gästefanblock quetschen. Sie nahmen es aber sportlich und suchten gemeinsam mit dem Kirchheimer Ordner-Team, der Footballmannschaft Crusaiders aus Albershausen, nach Lösungen. Die Vorfreude auf das erste Spiel des Jahres war allen anzumerken. „Es ist toll, dass die Halle mal wieder gerammelt voll ist“, freute sich auch Knights-Geschäftsführer Stefan Schmauder, der aber nicht mit einem so großen Andrang mitten in den Weihnachtsferien gerechnet hatte Er bittet um Verständnis bei all denjenigen, die das Spiel im Stehen verfolgen mussten: „Leider ist die Anzahl der Sitzplätze in unserer Halle sehr begrenzt, wir bemühen uns, das Maximale an Sitzgelegenheiten herauszuholen.“

Knapp eineinhalb Stunden später, kurz vor Ende einer ausgeprägten Abwehrschlacht kochte die Halle dann beinahe über. Nach verhaltenem Beginn beider Mannschaft und einem ausgeglichenen intensiven Match, in dem Bayreuth immer einen kleinen Tick cleverer agierte, spielten sich in den letzten drei Minuten alle Szenen ab, die die Spannung und die Ausgeglichenheit des gesamten Spiels widerspiegelten: die Gäste hatten das letzte Viertel dazu genutzt, auf einen sieben Punktevorsprung wegzuziehen (55:62), was in Anbetracht der guten Abwehrleistungen schon vorentscheidend sein konnte. Zu diesem Zeitpunkt entschied sich ein Spieler in das Geschehen einzugreifen, der bislang eine eher unauffällige Rolle spielte – Gordon Scotts Dreipunktewurf zum 58:62 war nur der Anfang von seinen 8 Punkten in Folge. Hoffnung machte sich auf den Zuschauerrängen breit, die durch einen vergebenen Distanzwurf von Bayreuths Topscorer an diesem Tag, LaShon Sheffield, weiter genährt wurde. Doch auch der Gegenangriff der Schwaben verpuffte ohne Korberfolg. Als dann aber 1:56 Minuten vor Schluss eben jener Gordon Scott durch gute Abwehrarbeit seinen Fastbreak zum 60:62 verwandelte, war wieder alles drin für die Knights, und Gästecoach Derrick Taylor entschied sich dafür, eine Auszeit zu nehmen. Auf beiden Seiten blieben mehrere Bemühungen um einen Treffer aber erfolglos, ehe sich Dan Oppland dann gegen Baumann und Heyden erfolgreich durchsetzen konnte. 60:64 - 1:06 Minuten zu spielen – was konnten die Knights noch erreichen? Crawford trieb den Ball nach vorne und wurde gefoult. Gordon Scott warf auf Baumann ein, dieser wurde wie auch schon im gesamten Spielverlauf eng gedeckt, weshalb er wieder auf Scott passte, der dribbelt zurück, zieht ab und trifft aus über 6,25 Meter Entfernung: 46 Sekunden vor Schluss liegen die Knights nur noch einen Punkt zurück – alles ist wieder offen!

War es das Brodeln auf den Rängen? Das leidenschaftliche Anfeuern der Kirchheimer Fans, das Sheffield im Gegenzug verwerfen ließ? Auf jeden Fall hatten die Kirchheimer in Person von Cliff Crawford 32 Sekunden vor Schluss alle Chancen, mit einem Korberfolg in Führung zu gehen. Als Adam Baumann seitlich zum Wurf ansetzte, der Ball aber von Hamilton ins Aus geblockt wurde, drohte die Zeit knapp zu werden: nur noch sechs Sekunden standen auf der 24-Sekunden-Uhr, die die Zeit anzeigt, welche der ballführenden Mannschaft noch verbleibt um den Angriff abzuschließen. Das Blatt schien sich wieder zu Gunsten des BBC zu wenden, der nun seine ganze Routine ausspielen konnte. Taylor nahm folgerichtig eine weitere Auszeit. Welcher Coach hatte nun die bessere Taktik? Wer konnte besser zu seinen Spielern durchdringen? Die Spannung auf den Rängen war fast mit den Händen zu greifen – auf dem Spielfeld war nun aber ein kühler Kopf gefragt. Ging diese nötige Coolness bei der anschließenden Aktion dem erfahrenen LaShon Raffington ab? Er musste nach seinem fünften Foul an Gordon Scott das Feld verlassen und bescherte den Knights die vollen restlichen 16 Sekunden Angriffszeit. Das Blatt drehte sich ein weiteres Mal zu Gunsten der Ritter. Aber nur für wenige Sekunden – denn kurze Zeit später vertendelten Crawford und Heyden beim Zuspiel den Ball und Oppland setzt zum Gegenzug an. Nach Fouls von Baumann und Heyden sowie einer weiteren letzten Auszeit von Frenkie Ignjatovic verwandelte Holcomb-Faye seine beiden Freiwürfe zum 63:66. Die Tatsache, dass die Bayreuther im letzten Viertel noch keine fünf Mannschaftsfouls auf ihrem Konto hatten, erlaubte ihnen mit einem taktischen Foul an Scott weitere Sekunden zu schinden. Der letzte Versuch von Scott in Bedrängnis einen Dreipunktewurf zu verwandeln scheiterte - das Spiel war zu Ende. Der BBC Bayreuth gewann schlussendlich mit 63:66 aufgrund der größeren Cleverness im letzten Viertel.

Die Möglichkeiten zum Sieg waren am Samstagabend vorhanden. „Wir haben in den letzten Sekunden überhastet gespielt und die Chance nicht genutzt. Trotzdem möchte ich meinen Spielern ein Kompliment aussprechen: gegen solch eine Mannschaft wie Bayreuth so gut zu verteidigen erfordert schon Klasse und Selbstvertrauen“, resümierte Kirchheims Coach Ignjatovic nach Spielende. Die Gäste-Fans feierten zu diesem Zeit ihre erfolgreiche Mannschaft, die durch den Sieg die Tabellenführung verteidigte. Die Kirchheim Knights finden sich nach diesem Spiel auf dem fünften Platz wieder, mit 16:12 Punkten punktgleich mit Karlsruhe (4.) und Bremen (6.).

Den Abschluss der Vorrunde absolvieren die schwäbischen Korbjäger am kommenden Samstag in München. Gegen die ambitionierten Bayern können die Knights beweisen, ob sie zu Recht im oberen Tabellendrittel stehen und würden mit einem Sieg die herausragende Leistung der Hinrunde krönen. Die Münchner liegen nur zwei Punkte hinter den Schwaben. Fans, die sich dieses Spiel nicht entgehen lassen wollen, können noch Plätze im Fanbus buchen. Aufgrund der großen Nachfrage wird ein zweiter kompletter Fanbus eingesetzt. Anmeldungen sind in der Geschäftsstelle (07021/5096-0) oder per Mail (info@kirchheim-knights) möglich.


VfL Kirchheim Knights - BBC Bayreuth: 63:66 (11:12, 18:16, 14:17, 20:21)

VfL Kirchheim Knights:
Tomasevic 7, Chennoufi 7, Baumann 10, Crawford 13, Scott 10, Lenger n.e., P. Klemm n.e., Howard n.e., T. Klemm, Heyden 4, Hornig 12, Reichmuth n.e.

BBC Bayreuth:
Hamilton 6, Sheffield 18, Oetter n.e., Harris 16, Greene, Tetzner, Schleicher n.e., Raffington, Brütting n.e., Holcomb-Faye 1, Oppland 16