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Kr?nung der Vorrunde - Sieg der Ignjatovic-Truppe dank fulminanter erster Halbzeit

11.01.2009 Volles Haus und heiße Rhythmen: München scheint sich zu einem guten Pflaster für die Knights zu entwickeln - unter dem Jubel von 150 mitgereisten Kirchheimer Fans bezwingen die Knights die Korbjäger des FC Bayern München mit 92:101. Dank dieses Sieges findet sich der Aufsteiger zum Abschluss der Vorrunde mit 18:12 Punkten auf einem großartigen vierten Platz wieder.

Volles Haus und heiße Rhythmen: München scheint sich zu einem guten Pflaster für die Knights zu entwickeln - unter dem Jubel von 150 mitgereisten Kirchheimer Fans bezwingen die Knights die Korbjäger des FC Bayern München mit 92:101. Dank dieses Sieges findet sich der Aufsteiger zum Abschluss der Vorrunde mit 18:12 Punkten auf einem großartigen vierten Platz wieder.

MBC, Cuxhaven, Bremen und nun auch noch München: die Liste der besiegten Teams liest sich wie das „Who is who“ der Top-Basketball-Teams in der Pro A. „Wir sind aber noch ein Stückchen von einer Top-Mannschaft entfernt“, dämpfte Knights-Coach Ignjatovic die aufkommende Euphorie. Grund für seine Verstimmung war die Leistung seiner Spieler in der zweiten Halbzeit, in der sie durch unkonzentrierte und überhastete Spielweise den großen Vorsprung aus der ersten Hälfte noch fast verspielt hätten.

Vorausgegangen war allerdings ein Feuerwerk der Schwaben, dem die Gastgeber aus München in den ersten 20 Minuten nichts entgegenzusetzen hatten. Vielleicht ließen sich die Knights von Ehrengast Giovane Elber und seinen beiden brasilianischen Tänzerinnen inspirieren, die vor Spielbeginn zu den Rhythmen von „Samba di Janeiro“ die Zuschauer anheizten. Die Basketballkunst, die Tomasevic, Scott und Baumann aufs Parkett brachten, war deutlich mehr als solide deutsche Wertarbeit und hatte einen Hauch von lateinamerikanischem Ballzauber. Vor allem Gordon Scott begeisterte die Fans und avancierte zum Topscorer und wertvollsten Spieler des Abends. Unbeeindruckt von den Alley-Oops des Bayern Jamar Howard in den ersten Spielminuten und strittigen Schiedsrichterentscheidungen setzten sich die Knights durch ihr schnelles Spiel Punkt für Punkt ab und erzielten im ersten Viertel bereits 32 Punkte. Die FCB-Abwehr war nahezu nicht existent, wobei auch die Defense der Knights immer wieder Lücken aufwies. Mit einer 32:24-Führung gingen die Ritter in das zweite Viertel.

Dort steigerten sich die Gäste nochmals und legten die Grundlage für den späteren Sieg: unterstützt durch die lautstarken Fans und dem eigens mitgereisten Maskottchen Knighty ließen alleine Tomasevic, Scott und Heyden sieben Mal die orangefarbene Kugel jenseits der 6,25 m-Linie durch die Reuse rauschen. Mit vorbildhaft umgesetzten Spielzügen konnte eins ums andere Mal die Überlegenheit unter dem Korb ausgenutzt werden. Später wird FCB-Coach Georg Kämpf seinen Spielern in dieser Phase jegliches Teamplay und Engagement absprechen und genau diese Schwäche nutzten die Teckstädter gnadenlos aus. Als der Center und Youngster des Monats Dezember, Phillipp Heyden, in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit seinen Guards ein weiteres Mal Konkurrenz machte und seinen zweiten Dreier verwandelte, schien beim Spielstand von 46:65 die Demontage der Bayern nahezu perfekt.

Crawford führte sein Team in bewährter Manier in die zweite Halbzeit. Bis Mitte des dritten Drittels bauten er und seine Kollegen den Vorsprung auf 50:77 aus. Der Dunking Baumanns zur 27 Punkte-Führung dokumentierte 4:43 Minuten vor Viertelende aber auch gleichzeitig den Bruch im Spiel der Knights. „Heute Abend haben wir gesehen, was den Reiz der Sportart Basketball ausmacht“, machte Ignjatovic auf der anschließenden Pressekonferenz deutlich: „Selbst ein solch solider Vorsprung kann keiner Mannschaft garantieren, das Spiel in Ruhe nach Hause zu schaukeln.“ Der Bruch war für alle Zuschauer deutlich zu bemerken. Die nach wie vor aggressive Manndeckung der Münchner verleitete die Schwaben zu Fehlern, eine völlig unnötige Hektik und Unsicherheit prägte plötzlich das Spiel der Knights. Das Fehlen der foulbelasteten Baumann und Crawford verstärkte noch diesen Eindruck. Mehr als drei Minuten ohne Punkterfolg ließen den Vorsprung der Kirchheimer schmelzen. Erst der wichtige Korberfolg Crawfords nach dessen Wiedereinwechslung zum 63:81 in der letzten Spielminute brachte Ruhe ins Spiel. Allerdings nur kurzfristig, denn für den Knights-Spielmacher war das Match nach einem offensiven und dem darauf folgenden technischen Foul gleich nach Beginn des abschließenden Viertels zu Ende.

Vor allem Münchens Jamar Howard und Kelvin Parker nutzten nun die Schwäche der Gäste und brachten ihr Team bis auf acht Punkte heran. Letztendlich war es aber einem der herausragenden Knights-Spieler dieses Abends, Phillipp Heyden, vorbehalten, den hundertsten Punkt zu markieren. Mit seinem erfolgreichen Freiwurf zum 92:101 setzte er auch den letzten Treffer des Spiels, das die Erfolgsgeschichte der Knights um ein weiteres Kapitel erweiterte.

Platz vier zur Halbzeit: welch ein Erfolg! Wer hätte dies nach dem schweren Beginn im Oktober gedacht? „Wir sind sehr stolz auf unser Team“, spricht Knights Geschäftsführer Stefan Schmauder für das gesamte Management: „Vater des Erfolges ist vor allem unser Trainer Frenkie Ignjatovic. Er hat den Knights seine Handschrift aufgedrückt. Der Arbeit, die er hier in Kirchheim leistet, bringen wir unseren vollen Respekt und Anerkennung entgegen. Er ist ein absoluter Profi mit dem nötigen Händchen für seine Spieler.“ Ignjatovic ist es innerhalb kurzer Zeit gelungen, aus Einzelspielern ein gut funktionierendes Team zu bilden. Die Stimmung in der Mannschaft ist sehr gut und das drückt sich auch auf dem Spielfeld aus: jeder einzelne ist bereit für den anderen einzustehen und seinen eigenen Ehrgeiz für den Erfolg des Teams hinten anzustellen. Kirchheims Head-Coach ist aber auch ein Perfektionist – selten ist er mit der Leistung seiner Mannschaft vollständig zufrieden und so ist es auch zu erklären, dass er nach dem tollen Sieg seiner Jungs in München mit eher mürrischer Miene die Pressekonferenz absolviert. Fast scheint es so, als erzeuge ihm jeder Fehler seiner Spieler körperliche Schmerzen. Diese Haltung sichert aber auch einen ständigen Verbesserungsprozess. „Kirchheim kann stolz sein, einen Ignjatovic in seinen Reihen zu haben. Er wird das Beste aus unseren Spielern herausholen“, ist sich Teammanager Volker Oesterle sicher.

Den Klassenerhalt fest im Visier starten die Knights am kommenden Samstag (das Spiel wurde verlegt) in Jena in die Rückrunde, bevor am 25. Januar, einem Sonntag, das nächste Heimspiel ansteht. Das Abenteuer Pro A geht weiter…


FC Bayern München - VfL Kirchheim Knights 92:101

VfL Kirchheim Knights:
Tomasevic 20 (4/8 Dreier), Chennoufi 4, Baumann 22 (0/2), 6 Rebounds), Crawford (1/1, 8 Assists), Scott (24, 5 Reb., 5 Ass.), Lenger n.e., Klemm P. n.e., Howard n.e., Klemm T. 7, Heyden 15 (5 Reb.), Hornig 2, Reichmuth n.e.

FC Bayern München:
Rotim 3, Parker 28, Howard 20, Buse n.e., Brooks 2, Morris 22, Schütz n.e., Robbins 6, Wagner n.e., Weiß 2, Hübner 9