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Heißer Tanz im kalten Zelt? - Knights gastieren mit neuem Kapitäns-Duo zum Rückrundenauftakt in Jena

15.01.2009 Die Pflicht ist so gut wie erfüllt, was folgt ist die Kür: Mit neun Siegen aus der Vorrunde und dem fast schon sicheren Klassenerhalt im Gepäck reisen die Kirchheimer Basketballer zum Auswärtsspiel bei Science City Jena.

Die Pflicht ist so gut wie erfüllt, was folgt ist die Kür: Mit neun Siegen aus der Vorrunde und dem fast schon sicheren Klassenerhalt im Gepäck reisen die Kirchheimer Basketballer zum Auswärtsspiel bei Science City Jena.

65:76 verloren die Kirchheim Knights Anfang Oktober zum Pro A-Auftakt in der Sporthalle Stadtmitte gegen Science City Jena. Lediglich Radi Tomasevic wusste mit 20 Punkten und fünf Dreiern zu überzeugen - und so glaubte keiner in Reihen der Knights, dass das Thema Abstieg bereits nach der Hinrunde so gut wie ad acta gelegt werden kann.

Zur Halbzeit der Saison rangieren die Knights auf Tabellenplatz vier, zwei Plätze vor BBL-Absteiger und morgigen Gegner Science City Jena. Da gerät auch Knights-Coach Frenkie Ignjatovic, der seit Wochen vehement auf die Euphorie-Bremse tritt, allmählich ins Schwärmen: „Die Mannschaft spielt schon richtig gut derzeit.“ Vor zwei Wochen nur knapp dem BBC Bayreuth unterlegen, gewannen die Kirchheimer vergangene Woche in München nach starker Leistung mit 101:92. Das war über 30 Minuten das beste Spiel der Saison“, so der Trainer.

Es scheint, als ob bei den Knights derzeit einfach alles stimmt. Vor allem die Tatsache, dass jegliche Verletzungen auskuriert sind und, anders als noch zu Saisonbeginn, regelmäßig der komplette Kader am Training teilnehmen kann, stimmt Ignjatovic freudig: „Die letzten zwei Wochen konnten wir richtig gut trainieren. Wir hoffen natürlich, dass das so bleibt.“

Eine von vielen unbemerkte Veränderung gab zum Jahresauftakt: So wurde der bisherige Mannschaftskapitän Tom Klemm vom Gespann Gordon Scott und Adam Baumann abgelöst. Zur Begründung der sportliche Leiter der Knights, Michael Schmauder: "Es gab einen gemeinsamen Beschluss von Trainer und Knights-Führung, Tom Klemm aus disziplinarischen Gründen als Kapitän abzusetzen. Die Verantwortlichen machen mit dieser Entscheidung deutlich, dass Spieler nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch darüber hinaus eine Vorbildfunktion zu erfüllen haben. Ein Kapitän ist dabei noch in einer besonderen Verantwortung, was bei Tom Klemm bei einem Vorfall abseits des Spielgeschehens nicht der Fall war. Tom hat die Entscheidung akzeptiert und die Mannschaft hat sich für Gordon Scott und Adam Baumann, die abwechselnd das Amt des Kapitäns übernehmen, als seinen Nachfolger entschieden."

Für Coach Ignjatovic ist es nur von sekundärem Interesse, wer das Kapitänsamt inne hat: „Das ist im Basketball nicht von großer Bedeutung. Alle Spieler sind gleich wichtig.“ Vielmehr interessiert Ignjatovic vor dem Duell gegen Science City Jena, wie er deren Siegesserie stoppen kann. Seit der bitteren 48:61-Heimpleite gegen den Mitteldeutschen BC am zwölften Spieltag, das Ende für Ex-Coach Sean McCaw, sind die Jenaer in drei Spielen ungeschlagen und haben unter Neu-Trainer Tino Stumpf zu alter Stärke zurückgefunden.

Angeführt wird Science City von Alexander Seggelke, der bereits im vierten Jahr für Jena die Schuhe schnürt und mit 16,9 Punkten pro Spiel Topscorer und wichtigster Spieler auf dem Parkett ist. Ihm stehen mit Drew Williamson (13,7 PpS), Jeremy Black (12,6 PpS), Henry Uhegwu (10,9 PpS) und Ryan De Michael (9,4 PpS), der vergangene Saison noch für die Walter Tigers Tübingen in der BBL aktiv war, gleich vier starke Amerikaner zur Seite.

Das größte Manko der Jenaer ist sicherlich ihre akute Heimschwäche: Auf fremdem Platz mit beachtlicher Bilanz (sechs Siege in acht Spielen), hagelt es in der heimischen JenArena regelmäßig Niederlagen: Von sieben Hemspielen wurden nur zwei gewonnen. Ob‘s an der Halle liegt? Seit letzter Saison spielt Science City in einem zur Sporthalle umfunktionierten Zelt, das 2500 Zuschauern Platz bietet, aber vor allem im Winter immer wieder für Probleme sorgt. So herrschte beim Spiel vergangene Woche gegen Lich kühle 15 Grad, weswegen die Gäste bereits vor dem Spiel Protest eingelegten. „Wir haben vier Ölheizungen“, erklärt Science City-Manager Steffen Hausdörfer, „aber bei Außentemperaturen von Minus zwölf Grad sind wir machtlos.“ Fürs Spiel gegen die Knights verspricht Hausdörfer allerdings Besserung: „Da es zum Wochenende wärmer werden soll hoffen wir, um die 20 Grad im Zelt erreichen zu können.“

Ein gänzlich anderes Thema beschäftigt derweil Knights-Geschäftsführer Siegfried Meissner. Dieser weilt am Samstag beim Treffen der Jungen Liga in Mannheim, wo Vertreter aller 32 Vereine der Pro A und Pro B die geforderten Mindeststandards der neuen Saison diskutieren. „Die Anforderungen zur neuen Saison, wie sie jetzt existieren, stellen viele kleine Vereine vor Probleme“, so Meissner, der vor allem in Sachen Hallenkapazität (1.800 Zuschauer) und Mindestetat (400.000 Euro) auf ein Umdenken hofft. Die Chancen stehen gut, sicher ist derzeit aber nur eines: Die Entscheidungen von Mannheim haben richtungsweisende Tendenz. Auch für den Basketball in Kirchheim.