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Interview mit Martin Hornberger

28.01.2009 „Die 2. Bundesliga ist Mittelpunkt der Basketball-Nachwuchsförderung“ Martin Hornberger, Vorstandsvorsitzender der AG 2. Basketball-Bundesliga, äußert sich zur aktuellen Situation rund um die „junge Liga“.

„Die 2. Bundesliga ist Mittelpunkt der Basketball-Nachwuchsförderung“ Martin Hornberger, Vorstandsvorsitzender der AG 2. Basketball-Bundesliga, äußert sich zur aktuellen Situation rund um die „junge Liga“.

Junge Liga: Martin Hornberger, in ProA und ProB sind die ersten beiden Spieltag der Rückrunde gespielt, wie sehen Sie die aktuelle Situation?

Martin Hornberger: Wir haben sowohl in der ProA als auch der ProB einen spannenden Kampf um die Meisterschaft und gegen den Abstieg. Das und viele knappe, zum Teil auch überraschende, Ergebnisse machen sicher den aktuellen Reiz der 2. Basketball-Bundesliga aus.

Junge Liga: Was sind aus Ihrer Sicht die Überraschungen der Saison?

Martin Hornberger: Nicht unbedingt überraschend, aber absolut erfreulich ist zu beobachten, wie sich die Aufsteiger schlagen. Dies gilt für die ProA, wo mit Essen und Kirchheim zwei engagierte Standorte die Liga bereichern. Aber auch in der ProB mischen insbesondere Osnabrück und Hannover ganz oben mit. Für alle vier gilt, dass hier auch abseits des Spielfeldes ausgezeichnete Arbeit geleistet wird, was sich nicht zuletzt in auffällig guten Zuschauerzahlen widerspiegelt.

Junge Liga: Apropos Zuschauerzahlen. Wie beurteilen sie auf diesem Gebiet die Entwicklung in der 2. Bundesliga?

Martin Hornberger: In der ProA werden die Spiele von durchschnittlich mehr als 1000 Zuschauern besucht. Das ist meines Erachtens eine Zahl, die von jedem ProA-Team erreicht werden sollte. Je nach Umfeld und sportlicher Situation erfordert dies erhebliche Anstrengungen, hier haben einige unserer Bundesligisten sicher noch Nachholbedarf. In der ProB zeigen besondere Aktionen wie das Weihnachtsspiel in Crailsheim, dass bei entsprechendem Engagement auch hier Außergewöhnliches machbar ist. Ich gehe davon aus, dass wir in der ProB am Ende der Saison mindestens den Zuschauerschnitt der letzten Spielzeit erreichen.

Junge Liga: Dennoch wird gemunkelt, dass die aktuelle ProB-Saison die letzte sei, die in einem bundesweiten Modus gespielt werde…

Martin Hornberger: Das ist so nicht richtig. Über die Zukunft der ProB stehen wir in intensiven Verhandlungen mit dem DBB. Die kommende Saison wird auf jeden Fall nach gleichem Modus wie aktuell gespielt. Auch für die Zeit danach wünschen wir uns, dass der bundesweite Charakter erhalten bleibt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es nach einer regionalen Vorrunde Play-Offs gibt, in denen die besten Nord- und Süd-Teams die ProA-Aufsteiger ermitteln. Das würde eine ganz neue Spannung bringen, gleichzeitig könnte man die Anzahl der insbesondere für Nachwuchsspieler und Budget intensiven bundesweiten Fahrten verringern. Unsere jüngste Mitgliederversammlung in Mannheim hat gezeigt, dass unsere Bundesligisten diesem Vorschlag inzwischen positiv gegenüberstehen. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam mit dem DBB zu einem guten Ergebnis kommen werden.

Junge Liga: Das neben dem neuen Grundlagenvertrag meistdiskutierte Thema der angesprochenen Mitgliederversammlung war das sogenannte Punkteverfahren: Bei der Besetzung der ProA für die kommende Saison zählt nicht allein die sportliche Platzierung. Wie kommt es dazu?

Martin Hornberger: Bereits seit Einführung der ProA vor der Spielzeit 2007/2008 gelten hier - wie auch in der 1. Bundesliga - bestimmte Mindeststandards. Wer diese nicht erfüllen kann, erhält keine Lizenz. Insofern ist das grundsätzliche Verfahren nicht neu. Auch die Standards für die kommende Saison sind seit über zwei Jahren bekannt. Da jedoch absehbar ist, dass diese nicht von einer ausreichenden Anzahl an Teams erreicht wird, haben wir das Gespräch mit der BBL gesucht und erreicht, dass wir die ProA auch mit Mannschaften auffüllen können, die die Standards nicht erfüllen. Wir haben somit eine Lösung gefunden, die die Standards etwas aufweicht, aber dennoch die Bundesligisten begünstigt, die in den letzten beiden Jahren alles getan haben, um diese zu erreichen.

Junge Liga: Wie geht es mit der 2. Bundesliga weiter? Wird eher die weitere Annäherung an die BBL oder das Leitbild der „jungen Liga“ die zukünftige Marschrichtung sein?

Martin Hornberger: Sowohl als auch. Als 2. Bundesliga befinden wir uns gewissermaßen im „chronischen Spagat“ zwischen der 1. Liga und den Regionalligen, zwischen Spitzen- und Breitensport und auch zwischen Basketball als Entertainment und Basketball mit dem vorrangigen Ziel der Nachwuchsförderung. Sicher wird speziell in der ProA auch zukünftig vieles unternommen werden, was zur weiteren Professionalisierung beitragen und den Abstand zur 1. Bundesliga möglichst gering halten soll. Der verpflichtende Einsatz eines deutschen Spielers zu jedem Zeitpunkt des Spieles sorgt jedoch dafür, dass es immer ausreichend Spielzeit für deutsche Akteure und damit Vorbilder für den Nachwuchs gibt. Aktuell zeigt sich, dass diese Quotierungen in ProA und ProB von unseren Bundesligisten deutlich übererfüllt werden. Ich denke wir können hier zukünftig noch einen Schritt weiter gehen und dadurch talentierten Nachwuchsspielern eine echte Perspektive bieten. Ich sehe die 2. Bundesliga nach wie vor als Mittelpunkt der Nachwuchsförderung – hier können Spieler unter professionellen Rahmenbedingungen die entscheidenden Schritte in ihrer Entwicklung zum Erstliga- oder sogar Nationalspieler machen.

Quelle: MEDIENINFORMATION
AG 2. BASKETBALL-BUNDESLIGA