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Standing Ovations für die Knights: Tomasevic und Scott führen ihr Team zum letzten Saison-Sieg gegen München

26.04.2009 Mit einem 99:90-Sieg gegen den FC Bayern München setzten die Kirchheimer Basketballer einen tollen Schlusspunkt unter eine unerwartet erfolgreiche Saison und verabschiedeten sich standesgemäß von ihrem phantastischen Publikum. Fans und Spieler feierten den erfolgreichen Auftritt ihrer Ritter und das Erreichen des fünften Tabellenplatzes in der Pro A.

Mit einem 99:90-Sieg gegen den FC Bayern München setzten die Kirchheimer Basketballer einen tollen Schlusspunkt unter eine unerwartet erfolgreiche Saison und verabschiedeten sich standesgemäß von ihrem phantastischen Publikum. Fans und Spieler feierten den erfolgreichen Auftritt ihrer Ritter und das Erreichen des fünften Tabellenplatzes in der Pro A.

Temporeich, spannend, spektakulär und erfolgreich – der letzte Auftritt der Ritter in der heimischen Sporthalle Stadtmitte erfüllte alle Fanwünsche. „Das Spiel war der von uns erhoffte Kracher“, sagte der sportliche Leiter Michael Schmauder nach der Partie und bedankte sich beim tollen Kirchheimer Publikum. „Die Stimmung heute in der Halle war mal wieder einmalig!“

Vorangegangen war ein begeisterndes Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Von Beginn an entwickelte sich ein offenes Spiel mit wechselnden Führungen. Tomasevic, Baumann, Crawford, Scott und Heyden starteten für die Knights und der Youngster des Monats Phillipp Heyden erzielte per Freiwürfe die beiden ersten Punkte des Abends. Von Beginn an versuchten die Gäste aus München mit ihrer Ganzfeldpresse das Spiel zu diktieren. Erfolgreich, wie Trainer Ignjatovic feststellen musste, denn sein Aufbauspieler Cliff Crawford fand allzu oft keine freien Mitspieler. Nach der schnellen 6:2-Führung sorgten einige Abspielfehler dafür, dass die Kirchheimer Angriffsbemühungen ins Stocken gerieten. Die Gäste dagegen holten Punkt für Punkt auf, auch deshalb, weil die Kirchheimer Abwehr ihnen immer mehrere Möglichkeiten zugestand. Zu oft landete der Rebound in den Händen der Bayern, insbesondere in denen von Rashad Jennings, der mit seinen insgesamt 16 Rebounds beide Körbe beherrschte. Es waren aber vor allem die Münchener Distanz-Schützen, die zur Mitte des ersten Viertels den ersten 10-Punkte-Vorsprung für ihr Team erzielten. Der Dreipunktewurf von David Rotim zum 8:18 verdeutlichte die Münchener Überlegenheit zu diesem Zeitpunkt. Im weiteren Verlauf stellten sich die Ritter aber immer besser auf die Spielweise des FC Bayern ein: die Spieler bewegten sich besser ohne Ball und schon waren Anspielstationen vorhanden. Tomasevics zweiter Dreier und das Dreipunktepiel von Adam Baumann stellten unter lautem Beifall des Publikums den Anschluss zum 19:20 her. Den Schlusspunkt des Viertels setzte Cedrik Brooks per Dreier zur 25:27-Viertelführung der Gäste.

Im zweiten Viertel erwischte das Team von Trainer Georg Kämpf den besseren Start. Wiederum waren es die Distanzwerfer, die zum 27:35 erhöhten. Die Bälle von Holzner und Brooks zischten nur so durch die Reuse und mit Mühe konnten die Gastgeber in dieser Situation den Anschluss halten. Das Spiel der Kirchheimer war von sehr viel Unruhe geprägt und auch das Publikum spürte, wie das Spiel drohte, den Knights zu entgleiten. In der verfahrenen Schlussphase des zweiten Viertels dann gelang es den Münchenern sich trotz einiger starker Aktionen von Ziyed Chennoufi abzusetzen: Kelvin Parker bewies seine Klasse indem er mit der Schlusssirene seinen Dreipunktewurf im Kirchheimer Korb zur 46:56-Halbzeitführung versenkte.

Während Ignjatovic in der Kirchheimer Kabine nach den richtigen Worten suchte, wurden die Zuschauer Zeuge eines formidablen Auftritts des Jumpstyle-Teams. Das erfolgreiche Masterclass-Team der Kirchheimer Tanzschule Winkle sorgte mit ihrem toll choreografierten und rhythmischen Auftritt für eine kurzweilige Pause.

Deutlich besser eingestellt betraten die Gastgeber das Spielfeld. Wiederum gelangten Phillipp Heyden per Dunk die ersten Punkte. Trotz der Antwort von Bayerns Jennings im direkten Gegenzug (48:58), gelang es den Knights durch Dreipunkteerfolge den Rückstand zu egalisieren. Beim Stand von 61:60 nach insgesamt 25 Spielminuten gewann das Spiel zusehendes an Tempo und Klasse. Bei seinem Dunk zum 63:63, ließ Phillipp Heyden sein außerordentliches Potential aufblitzen: mit einer schnellen Drehung löste er sich von seinem Gegenspieler und konnte frei auf zwei-Meter Entfernung zum Dunking ansetzen. Das 73:74 zum Ende des dritten Viertels spiegelte die korbreiche und ausgeglichene Partie wieder.

Tomasevic, Scott, Baumann, Crawford und Tom Klemm begannen auf Kirchheimer Seite das Schlussviertel und sie sollten in den nächsten Minuten das Spiel nochmals grundlegend drehen. Vom Trainerfuchs Frenki Ignjatovic auf eine Zonendeckung umgestellt, zwangen die Ritter ihren Gegner zu Fehlern in der Offensive. Vor allem Gordon Scott zeigte seine Qualitäten in der Abwehr und erkämpfte sich auf flinken Beinen ein ums andere Mal den Ball. Ein 16:4-Lauf innerhalb von fünf Minuten entschied das Spiel zu Gunsten der Ignjatovic-Truppe – eine taktische Umstellung, perfekt vom Team umgesetzt: die Münchener waren geschlagen und die Halle drohte überzukochen. In der 38. Minute krönte Radi Tomasevic mit einem wunderschönen Dribbling durch die gesamte gegnerische Zone seine hervorragende Leistung: Topscorer mit insgesamt 20 Punkten, davon 4 erfolgreichen Dreipunktewürfen, war er einmal mehr ein wichtiger Rückhalt in einem ausgeglichenen Team.

Paul Howard wurde ein besonderes Dankeschön zuteil, in den letzten Spielsekunden erhielt der Oldie unter dem Beifall der Zuschauer seinen Abschiedsauftritt. Dem Vierzigjährigen blieb es beim Stand von 99:90 dennoch verwehrt, die magischen Hundertpunkte zu markieren. Dieser kleine Makel störte an diesem Abend dennoch niemanden. Mit tiefer Zufriedenheit können Verantwortliche, Trainer, Spieler, Sponsoren und Fans auf diese erfolgreiche Saison zurückblicken, die die VfL Kirchheim Knights als Aufsteiger mit 36:24 Punkten auf dem fünften Tabellenplatz abschließen. Es ist den Spielern hoch anzurechnen, dass sie bis zur letzten Sekunde der Saison hundertprozentig gekämpft haben und sich nicht mit dem Erreichten zufrieden gegeben haben. „Das Spiel war erwartet schwer und ich danke meiner Mannschaft für die tolle Saisonleistung“, schloss Ignjatovic die Pressekonferenz.

Einen besonderen Dank galt an diesem Abend auch den vielen Ehrenamtlichen. „Wenn man die Begeisterung spürt, mit der unsere vielen Helfer trotz der langen Saison Woche für Woche ihre Freizeit für den Kirchheimer Basketball zur Verfügung stellen, dann ist dies einen besonderen Dank wert“, sagte VfL-Abteilungsleiter Karl Bantlin unter dem Beifall des Publikums bei der Ehrung vor Spielbeginn.

Eine Saison geht zu Ende, die Vorbereitungen für die kommende Spielzeit beginnen. Nach der Vertragsverlängerung von Frenki Ignjatovic wird die Lizenzvergaben in den nächsten Wochen im Mittelpunkt stehen. „Wir hoffen, dass wir im Rahmen der Punkteregelung die Vorgaben der Liga erfüllen werden“, gibt sich Geschäftsführer Meissner optimistisch und rechnet mit weiteren Informationen auf der Ligasitzung am 1. Mai in Berlin.

VfL Kirchheim Knights gegen FC Bayern München 99:90

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic 20 (4/7 Dreier), Chennoufi 14 (3/4), Baumann 15 (0/1, 7 Reb.), Crawford 13 (2/7, 5 Reb.), Scott 16 (2/6), Lenger, P. Klemm, Howard, Heyden 10, Hornig 6, T. Klemm 5 (1/1), Reichmuth

FC Bayern München: Rotim 13, Parker 26, Hagner 2, Buse, Broks 14, Morris 11, Holzner 3, Howard 9, Lippert, Jennings 8, Hübner 4