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Verloren, aber dennoch zufrieden: Ritter im Aufwärtstrend

06.09.2009 Am Ende war das Verhältnis doch wieder zurechtgerückt: Mit 87:67 setzte sich der Bundesligist EnBW Ludwigsburg gegen die VfL Kirchheim Knights durch. Die circa 80 Kirchheimer Fans durften aber noch sieben Minuten vor Schluss auf eine Sensation hoffen, als Benni Lischka, stellvertretend für die junge Garde der Ritter, die vorübergehende Führung (62:63) erzielen konnte. „Das Zusammenspiel hat heute schon wesentlich besser funktioniert“, zeigte sich auch Frenkie Ignjatovic mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Noch am Vorabend hagelte es in der Mannschaftsbesprechung nach dem knappen Sieg gegen den Ehingen/Urspringschule (81:76) noch deutliche Kritik.

Am Ende war das Verhältnis doch wieder zurechtgerückt: Mit 87:67 setzte sich der Bundesligist EnBW Ludwigsburg gegen die VfL Kirchheim Knights durch. Die circa 80 Kirchheimer Fans durften aber noch sieben Minuten vor Schluss auf eine Sensation hoffen, als Benni Lischka, stellvertretend für die junge Garde der Ritter, die vorübergehende Führung (62:63) erzielen konnte. „Das Zusammenspiel hat heute schon wesentlich besser funktioniert“, zeigte sich auch Frenkie Ignjatovic mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Noch am Vorabend hagelte es in der Mannschaftsbesprechung nach dem knappen Sieg gegen den Ehingen/Urspringschule (81:76) noch deutliche Kritik.

Gegen den Kooperationspartner dagegen zeigte sich das neue Team von Beginn an wesentlich konzentrierter. Zwar konnte das vom Verletzungspech gebeutelte Team von Coach Tolga Öngören die ersten beiden Körbe erzielen (3:0), nach überhasteten Aktionen im Angriff zu Beginn, zeigte das schnelle Zusammenspiel der Teckstädter dann aber seine Wirkung. Vor allem Radi Tomasevic, Scott Freymond und Ryan deMichael verstanden sich in dieser Phase nahezu im Schlaf und sorgen für eine 3:5-Führung. Im ersten Viertel entwickelte sich ein offenes und schnelles Spiel, bei dem auf Ludwigsburger Seite die Neuzugänge Kyle Visser und Kyle Bailey erste Akzente setzten. Mit einer knappen Knights-Führung von 17:20 ging der erste Teilabschnitt zu Ende.

Den Beginn des zweiten Viertels dominierten dagegen die Gastgeber: Chennoufi und Bailey erzielten 9 Punkte infolge und brachten ihr Team mit 25:20 in Führung. Eine Auswechslung auf Ludwigsburger Seite sorgte aber auch bei den Kirchheimer Fans für Sonder-Beifall: Besnik Bekteshi, Kirchheimer Eigengewächs, wurde von Öngören aufs Feld geschickt. Bekteshi, der an diesem Tag bereits im NBBL- und Regionalligateam der BSG Ludwigburg eingesetzt wurde, ist Bestandteil des Kooperationsprogramms der beiden Clubs und sein Erfolg ist auch eine Auszeichnung der guten Arbeit der Kirchheimer Basketballabteilung. Dem erst 16-jährigen Besnik wurden zwar im Duell gegen Abwehrstratege Gordon Scott teilweise seine Grenzen aufgezeigt, kaltschnäuzig zog er aber gegen Ende des zweiten Viertels jenseits der 6,25-Linie ab und ließ den Ball durch die Reuse zischen. „Besnik ist ein ganz großes Talent“, weiß auch Ignjatovic die Leistung des Kirchheimers zu schätzen. Er rechnet fest damit, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der 16-jährige auch wieder das Kirchheimer Trikot überstreifen wird.

Im Mittelpunkt des zweiten Viertels stand auch das Duell Freymond gegen McCray. David ließ dem neuen Kirchheimer Aufbauspieler im Angriff keinen Zentimeter Luft und provozierte so einige Fehler des Amerikaners, der in dieser Phase auch schon Foul Nummer drei und vier kassierte. Die Ballverluste aus diesem Duell und sehenswerte Spielzüge im Ludwigsburger Angriff manifestierten sich im Halbzeitstand von 43:35.

Nach dem Seitenwechsel machten sich Menck, Freymond, Scott, DeMichael und Tomasevic auf dem Weg, den Rückstand zu verkleinern. Fehlwürfe und leichtfertig vergebene Freiwurfchancen auf Seiten der Gastgeber und gutes schnelles Passspiel bei den Knights ließen den Rückstand auf 59:54 (3. Viertel) schmelzen. Kirchheimers „Gastspieler“ Al Elliot ließ seine Erfahrung und Genialität aufblitzen und sorgte gemeinsam mit Koch & Lischka dafür, dass es sieben Minuten vor Ende der Partie nochmals spannend wurde. „Nach dem Siegtreffer ging aber leider jedes Zusammenspiel verloren“, erklärte Ignjatovic, warum es dann doch noch eine deutliche Niederlage wurde. Die Ritter wurden zu Einzelkämpfern, jeder versuchte, den entscheidenden Treffer zu setzen. Die Ludwigsburger dagegen legte nochmals an Spieltempo zu und zogen davon – auch Dank Ziyed Chennoufi, der in der zweiten Halbzeit aggressiv seine Chance suchte und von der Kirchheimer Abwehr nicht zu halten war. Mit insgesamt 14 Punkten avancierte er zum drittbesten Werfer seines Teams, 10 Punkte davon erzielte er alleine in der zweiten Halbzeit. Einem der besten Spieler auf dem Parkett war der letzte Korberfolg eines erfolgreichen Basketball-Tages vorbehalten: Michael King versenkte seinen fünften Dreier zum Endstand von 87:67 und überzeugte auf der Seite des Bundesligisten mit 23 Punkten genauso, wie Aufbauspieler Kyle Bailey.

„Der Aufwärtstrend ist erkennbar“, resümierte Ignjatovic nach dem Spiel. Besonderes Augenmerk lag natürlich auf der Leistung von Ryan deMichael, der sich erstaunlich schnell ins Team integrierte und mit 15 Punkten der auffälligste Spieler auf Kirchheimer Seite war. „Ryan ist ein sehr schneller, wendiger und sprungkräftiger Spieler, hat aber seine Defizite beim Rebound“, analysiert Kirchheims Head-Coach. „Wir werden noch abwarten, wie er am Sonntag gegen Crailsheim spielt, dann werden wir uns in Ruhe zusammensetzen“, stellt er in Aussicht. Das Dilemma liegt auf der Hand: solange nicht klar ist, ob Phillipp Heyden rechtzeitig zu Saisonbeginn fit wird, schwanken die Verantwortlichen zwischen der Verpflichtung eines Brettcenters und der eines Power Forwards. „Wenn ich zum gestrigen Team noch Ziyed und Phillipp hinzurechne, sehe ich eine tolle Mannschaft“, meint der sportliche Leiter Michael Schmauder, fügt aber hinzu „das Fragezeichen hinter Phillipp bleibt aber im Moment noch bestehen.“

Vor eigenem Publikum werden sich die Knights bereits am kommenden Dienstag präsentieren: Um 20:15 Uhr wird der Bundesligist aus Tübingen in der Sporthalle Stadtmitte erwartet – erstmals wieder mit Ziyed Chennoufi im Kirchheimer Trikot. Der Eintritt ist frei.

VfL Kirchheim Knights:
Freymond 10 (1/3), Larsson n.e., Scott (4 Reb.), DeMichael 15 (0/2, 4 Reb), Howard n.e., Menck 11 (1/2), Rechmuth n.e., Lischka 4 (4 Reb.), Michalczik 2, Elliot 10 (2/5), Tomasevic 8 (2/6), Koch 7 (1/1)

EnBW Ludwigsburg:
Chennoufi 14, King 23, Bekteshi 3, McCray 2, Maier, Bailey 23, Hadzovic, Sanders (9), Visser 13