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Ritter mit Brandschutz gegen Gießen

17.09.2009 Zur offiziellen Vorstellung des Knights-Teams 2009/10 geht’s am Samstag richtig rund. Nicht nur, dass sich mit Gießen ein weiterer Bundesligist in Kirchheim die Ehre gibt - sogar die Kirchheimer Feuerwehr hält ihre schützende Hand über das Spiel in der Walter-Jakob-Halle. Spielbeginn ist bereits um 17:00 Uhr.

Zur offiziellen Vorstellung des Knights-Teams 2009/10 geht’s am Samstag richtig rund. Nicht nur, dass sich mit Gießen ein weiterer Bundesligist in Kirchheim die Ehre gibt - sogar die Kirchheimer Feuerwehr hält ihre schützende Hand über das Spiel in der Walter-Jakob-Halle. Spielbeginn ist bereits um 17:00 Uhr.

Zu ungewöhnlicher Zeit, an ungewöhnlichem Ort: „Wir sind froh, dass wir überhaupt eine Halle bekommen konnten“, stellt Siegfried Meissner erleichtert fest. Eine Verkettung ungünstiger Umstände von einer defekten Sprinkleranlage bis hin zur Doppelbelegung der Sporthalle Stadtmitte ließen am Donnerstag die Telefondrähte zwischen Knights, Stadtverwaltung, Feuerwehr und Sponsor EnBW glühen. Alle zogen an einem Strang, so dass vor allem für die Fans eine akzeptable Lösung in Kirchheim gefunden wurde. Während die Handballer ihre Rundenspiele in der Sporthalle Stadtmitte durchführen, ziehen die Knights in die Walter-Jakob-Halle um. „Nicht nur die Bereitschaft des Hochbauamtes, schnell eine unbürokratische Lösung zu finden, sondern auch das Engagement der EnBW, die vielen Telefonate von Uli Tangl und nicht zuletzt das grüne Licht der freiwilligen Feuerwehr Kirchheim haben dazu geführt, dass das Spiel stattfinden kann“, freut sich Meissner.

Die Sporthalle beim Schlossgymnasium gilt allgemein als gutes Pflaster für die Kirchheimer Korbjäger und hat fast schon den Nimbus der Unschlagbarkeit. Ob die positive Aura auch gegen die Hessen wirkt, bleibt abzuwarten. Das Team der Knights jedenfalls steht zwei Wochen vor Saisonbeginn fest: am Freitag wurde der Vertrag mit Chris Gilliam, dem letzten Neuzugang endgültig fixiert. „Ich glaube mit Chris haben wir ein kleines Juwel gewinnen können“, freut sich Coach Ignjatovic, der nochmals gründlich den Spielermarkt sondiert hat. Der sympathische US-Amerikaner Gilliam spielte in der letzten Saison für den dänischen Erstligisten Aabyhoj in Arhus und befand sich Mitte September in Luxemburg beim Try-Out, als ihn Szene-Kenner Ignjatovic nach Kirchheim umleitete und zum Testspiel gegen Tübingen einlud. Quasi vom Zug direkt auf das Spielfeld überzeugte der 23-Jährige, der flexibel auf den Positionen vier und fünf einsetzbar ist. Es bestätigte sich schnell, dass hinter den guten Statistiken ein Spieler steckt, der optimal ins spielerische Konzept von Ignjatovic passt und die Personalsituation unter dem Korb deutlich entspannt. Denn nicht ausschließlich seine Referenzen (14,9 PpS, 6,3 Rebounds), sondern das engagiertes und überzeugende Auftreten bei den Try-Out-Spielen haben Coach und Management überzeugt. Und auch von seinen künftigen Teamkollegen wurde Chris, der das erste Mal überhaupt in Deutschland ist, schnell aufgenommen und integriert. Für Gilliam ist es erst die zweite europäische Station, noch in der Saison 2007/08 spielte er in der Mannschaft der University of Pittsburgh. Besonders überrascht war der 2-Meter-Mann vom großen Faninteresse bei dem Testspiel gegen Tübingen, „nicht auszudenken, was los ist, wenn die Runde richtig begonnen hat“, schmunzelt er. Natürlich gefällt ihm die Basketballbegeisterung „in dem keinen deutschen Städtchen“ und er möchte möglichst schnell Land & Leute kennen lernen.

Ignjatovic hält sehr viel vom neuen „big guy“, der so groß gar nicht ist, aber mit seinen 105 kg für Präsenz bei den Rebounds sorgen soll. „Gemeinsam mit Ryan sind wir jetzt auch ohne Phillipp konkurrenzfähig unter dem Korb“, gibt sich Ignjatovic nach Abschluss der Manschaftsplanung zufrieden. Bezüglich der Genesung von Phillipp Heyden gibt es leicht positive Signale. Beim zweiten Spiel der EnBW Ludwigsburg im Rahmen des Rixos-Cups in Antalya gelangen dem Youngster gegen Besiktas Istanbul bereits 12 Punkte und 9 Rebounds. Grund genug, vorsichtig optimistisch zu sein, Phillipp bald wieder im Knights-Trikot zu sehen.

Auf jeden Fall ohne alle vier Kooperationsspieler muss Ignjatovic gegen den LTI Gießen antreten. Chance für die übrigen Spieler, sich vor den Augen von Coach und Fans zu beweisen. Vor allem für Benni Lischka wird es zu einem besonderen Duell auf dem Spielfeld kommen. Bruder Johannes Lischka ist wichtiger Bestandteil des Bundesligakaders von Coach Vladi Bogojevic. Der Ex-Nationalspieler hat im Jahr eins nach dem sportlichen Abstieg eine komplett neue Mannschaft formiert. Weniger deutsch, dafür aber umso jünger: mit einem Durchschnittsalter von 22,8 Jahren eines der jüngsten BBL-Teams wird Bogojevic seine jungen Wilden schnell zu einem Team formen müssen, um sich möglichst aus dem Abstiegskampf heraushalten zu können. Mit Bennis Bruder Jo Lischka konnte Gießen einen der hoffnungsvollen deutschen Talente im Team halten. Es war sicherlich keine Selbstverständlichkeit, dass der Nationalspieler, der im Sommer auch bei der Universiade zu überzeugen wusste, seinem hessischen Team die Treue hielt. Die Aussicht auf viel Spielzeit und der gute Kontakt zu Coach Bogojevic trugen aber maßgeblich zu Lischkas Entscheidung bei. Auf den Guard-Positionen spielen neben Lischka die US-Amerikaner Lorenzo Williams sowie David Teague. Währen der 26-jährige Teague zuletzt in Frankreich durch Schusssicherheit und Schnelligkeit überzeugt hat, steht hinter den Führungsqualitäten des jungen Pointguards Williams ein kleines Fragezeichen. Der Schritt von der eher schwachen slowakischen Liga in die BBL erscheint sehr groß, unter der Führung Bogojevics soll der Linkshänder aber das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigen. Die Centerposition wurde in der Startformation mit Martin Kohlmeier besetzt. Der 2,17m große österreichische Hüne spielte überzeugend in der LEB Gold, fraglich erscheint allerdings, ob er sich gegen die physisch starken Center der BBL durchsetzen kann. Unterstützung erhält er vom starken Rebounder Kevin Johnson.

Für Ignjatovic ist eine reizvolle Aufgabe, sein Team mit den Gießener im Vergleich zu sehen. Karten für die Partie können ab 16:00 Uhr an der Abendkasse zum Preis von 6 EUR bzw. 3 EUR (ermäßigt) bezogen werden. Spielbeginn in der Walter-Jakob-Halle ist um 17:00 Uhr.