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Interview mit Frenki Ignjatovic

17.06.2013

1. Das Saisonende liegt nun einige Wochen hinter uns. Zuerst möchten wir wissen wie es dir persönlich geht und wie die Zeit nach Saisonende für dich war? Mir geht es mittlerweile deutlich besser wie während der laufenden Saison – besonders in der Endphase war es doch eine große Anspannung. Ich konnte ein paar Wochen entspannen. Ich habe viel Zeit mit der Familie verbracht und neue Kräfte gesammelt. Die Hoffnung ProA zu spielen, motiviert mich jetzt natürlich zusätzlich. Die Planungen gingen zwar in beide Richtungen, aber die Fans haben es verdient, das wir in der ProA bleiben. 2. Aus welchen Erkenntnissen und Erfahrungen der vergangenen Saison werden die Knights die kommenden Jahre profitieren? Welche Schlüsse ziehst du aus diesem Jahr und was kann sich, in Anbetracht der Strukturen in Kirchheim, aus deiner Sicht ändern? Ich dachte ich habe schon alles erlebt, was der Basketball zu bieten hat. Die letzte Saison hat aber das Gegenteil bewiesen. Wir haben die letzte Saison in vielen Gesprächen aufgearbeitet und Fehler von allen Seiten aus beleuchtet. Die gleichen Fehler werden wir nicht mehr machen. In den letzten Monaten und Jahren hat sich einiges getan. Besonders die Infrastruktur hat sich sehr weiterentwickelt. Dies ist aufgrund der hohen Anforderungen der Liga auch nötig. Ich bin stolz ein Teil dieses Prozesses zu sein. Wir sind hier auf einem guten Weg. Im Moment ist die vordringliche Aufgabe eine neue konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Die Knights und unsere Fans mussten feststellen, dass die Erfolge der Vorjahre nicht selbstverständlich waren. Wir werden nun konzentriert und motiviert weiterarbeiten. 3. Lange stand nicht fest in welcher Liga die Knights in der Saison 2013-14 antreten. Noch immer ist zumindest die 100% Sicherheit noch nicht da, wenngleich alles nach einer ProA-Teilnahme aussieht. Wie beurteilst du die Situation? Welche Auswirkungen hat dies auf die Spielerverhandlungen? Die Ungewissheit erschwert die Verpflichtung von Spielern. Die wollen wissen, in welcher Liga sie spielen. Deshalb warten und hoffen alle auf die definitive Entscheidung. Wir haben bereits erste Try-Outs durchgeführt und da waren einige interessante Jungs dabei. Wir werden aber sicher noch weitere durchführen. 4. Sebastian Adeberg hat seinen Vertrag verlängert. Zusammen mit Kapitän Tomasevic bildet er bislang den Kern des Teams 2013-14. Wie gehen du und die sportliche Leitung nun weiter vor? Sebastian und Radi sind wichtig fürs Team. Sie bringen mit ihrer Erfahrung und Einstellung die nötige Stabilität ins Team und sind langjährige Identifikationsfiguren. Von Ihnen kann man auch in der Zukunft viel erwarten Zu den Try- outs waren bisher 15 Spieler da. Wir haben viele Gespräche geführt und werden in der nächsten Zeit die ein oder andere Verpflichtung vermelden können. Dennoch liegt der Fokus weiter auf den deutschen Positionen. Hauptaugenmerk sind dabei hungrige, junge deutsche Spieler die sich bei uns weiterentwickeln wollen. Gestandene deutsche Spieler sind für uns nicht bezahlbar. Müssen versuchen hungrige deutsche Spieler für die PRO A zu finden, die sich bei uns weiterentwickeln wollen. Gestandene deutsche Spieler sind für Kirchheim nicht bezahlbar. 6. Du gehst nun in deine sechste Saison als Trainer der Knights. Was hat sich für dich im Laufe der Zeit verändert? Wie hast du dich verändert? Als Person habe ich mich eher wenig verändert. Meine Motivation ist weiterhin groß und ich fühle mich verpflichtet die Knights wieder auf den Platz zu führen, auf den sie gehören - besonders nach der letzten Saison. Nach den tollen Spielzeiten und der Vizemeisterschaft, sind wir nun wieder in der Realität angekommen und das heißt in erster Linie mit konsequenter Arbeit und hartem Kampf sich in der Liga zu behaupten, sich weiterzuentwickeln und den Klassenerhalt zu schaffen. Andere Ziele sind im kommenden Jahr unrealistisch. Wir müssen wieder zu unseren Stärken finden und diese sind die Identifikation der Mannschaft und der Fans, das WIR-Gefühl und das wir alle an einem Strang ziehen. Ich hoffe jedoch, dass mir in Zukunft solche Wechselbäder der Gefühle erspart bleiben. 6. Dein Sohn hat mit seiner Mannschaft den dritten Platz bei den Meisterschaften „Deutscher Jugendpokal 2013“ erreicht. Hat der Sohn das Talent des Vaters geerbt? Mein Sohn ist auch mit dem Basketballvirus infiziert. Er spielt mit unglaublicher Begeisterung. Er ist in einem tollen und sympatischen Team, das gerade als jüngerer Jahrgang die NBBL-Quali überzeugend gewonnen hat. Was daraus in Zukunft wird, muss man abwarten. Als Vater sehe ich das ganz entspannt. Ich freue mich, dass mein Sohn Sport treibt, mit netten Teamkameraden ein Ziel verfolgt und vor allem Spaß hat. Alles andere wird sich zeigen. 7.Kapitän Tomasevic hat vor kurzer Zeit geheiratet. Können wir nun mit einem gelasseneren Kapitän auf dem Spielfeld rechnen  ? Radi ist ebenso wie ich in der 6. Saison bei den Knights. Diejenigen, die ihn von früher kennen, wissen, dass er viel ruhiger geworden ist und inzwischen in Kirchheim mit seiner kleinen Familie „angekommen“ ist. Dennoch steht Radi natürlich nach wie vor für Emotionen. Das gehört bei ihm einfach dazu. Spieler wie er, mit so viel Talent und Herz und seiner Einstellung, wird man in Zukunft immer schwerer finden. 8. Die vergangenen Jahre waren für die Knights-Fans eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Von tollen Erfolgen bis zu bitteren Niederlagen war alles dabei. Dennoch ist dies keine einfache Situation für die Zuschauer der Ritter. Was ist deiner Meinung nach das besondere Etwas an den Kirchheim Knights und den Fans? Ich spüre hier jeden Tag eine besondere Verbundenheit mit den Fans und ich bin ihnen dankbar für die Unterstützung. Auch in dieser schweren Saison standen sie hinter mir und dem Team und als in Göttingen der sportliche Abstieg zur Gewissheit wurde, gab es von den mitgereisten Fans trotzdem „standing ovations“. Das war unglaublich und bedeutet mir sehr viel. Ich werde das nie vergessen. Hätten wir so gespielt, wie uns die Zuschauer unterstützt haben, dann hätten wir die Playoffs erreicht. Ich hoffe, dass es diesen Zusammenhalt und diese Unterstützung auch in Zukunft geben wird und die Zuschauerzahlen stabil bleiben. Wir werden alles dafür tun um nächstes Jahr tollen Basketball in der Sporthalle Stadtmitte zu zeigen.