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77:84 im Finale gegen die USA: Historisches Silber für A2-Herren bei der Universiade

14.07.2015

Die deutsche A2-Nationalmannschaft hat bei der Universiade in Gwangju die Silbermedaille gewonnen. In einem dramatischen Finale verloren die DBB-Herren gegen die USA nach zweifacher Verlängerung mit 77:84 (13:20, 20:18, 21:16, 12:12, 7:7, 4:11). Dieser dennoch historische Triumph der deutschen Mannschaft bedeutet die erste Medaille bei einer Universiade seit 1989, als sich Deutschland die Bronzemedaille sicherte. Im packenden Finale gegen die leicht favorisierten US-Boys erwischte das DBB-Team einen denkbar ungünstigen Auftakt. Nachdem einer frühen 2:0-Führung liefen die US-Amerikaner heiß und zogen durch einen 14:0-Run davon. Jedoch ließ sich die A2-Nationalmannschaft aus Deutschland nicht verunsichern und reagierte eindrucksvoll. Immer wieder suchten sie nun den Weg zum Korb und wurden mit Freiwürfen belohnt (8:19). Ein Dreier mit dem Viertel-Buzzer dezimierte den Rückstand zur ersten kurzen Pause auf sieben Punkte (13:20). In einem sehr ausgeglichenen zweiten Spielabschnitt bauten die Amerikaner den Vorsprung zu Beginn auf 23:13 aus. Doch die DBB-Herren kämpften aufopferungsvoll um die Sensation, ließen sich nicht abschütteln. Schnell verkürzte Deutschland den Rückstand so auf 21:27. Dass diese beiden Teams zurecht im Finale der diesjährigen Universiade standen, wurde aus der attraktiven und intensiv geführten Partie klar ersichtlich. Bis zum Pausenstand von 33:38 entwickelte sich so ein offener Schlagabtausch mit sehenswerten Offensiv-Aktionen auf beiden Seiten. Bundestrainer Henrik Rödl schien mit seiner Halbzeitansprache die richtigen Worte gefunden zu haben. Mit großem Einsatz und unbändigem Willen startete das DBB-Team den zweiten Spieldurchgang. Umgehend schmolz die Führung des US-Teams auf 42:40. Der amerikanische Coach sah sich so gezwungen, eine schnelle Auszeit zu nehmen. Diese fruchtete, und der Bruch im Rhythmus des deutschen Teams erlaubte es den USA, wieder auf acht Punkte davonzuziehen. Allerdings war dieser Durchhänger nur von kurzer Dauer: Mit Courage, Herz und unbändigem Siegeswillen kämpfte sich die DBB-Auswahl zum Ende des dritten Spielabschnitts zum lange ersehnten 54:54-Ausgleich heran. Das Spiel war nun an Spannung nicht mehr zu überbieten. Die Mannschaften schenkten sich nichts, die Führung wechselte in den ersten fünf Minuten des letzten Viertels ständig. Durch zwei erfolgreiche Dreier lag Deutschland knapp fünf Minuten vor dem Ende dann plötzlich mit 64:59 in Front – die bis dato höchste Führung aus deutscher Sicht. Im Anschluss an eine Auszeit der Amerikaner verkürzten die USA durch einen Dreier auf 62:64 (37. Min.). Ein spektakuärer Treffer der Deutschen schraubte die Führung zwei Minuten vor dem Ende allerdings wieder auf 66:62. Doch die Amerikaner gaben nicht auf und blieben weiter im Spiel. Nach zwei erfolgreichen Freiwürfen und dem 66:66-Ausgleich nahm Henrik Rödl bei noch 20 zu spielenden Sekunden eine Auszeit. Die deutsche Mannschaft verlor den Ball und hatte viel Glück, dass der finale schnelle Gegenzug der US-Amerikaner folgenlos verpuffte. Bereits die erste Verlängerung hatte es in sich und sorgte für reichlich Nervenflattern und Nägelkauen bei den Anhängern beider Seiten. Deutschland eröffnete die Overtime mit einem Dreier, doch die USA konterten umgehend (69:68 aus deutscher Sicht). Bei noch 2:25 Minuten auf der Uhr nahm setzten sich die DBB-Herren dann jedoch wieder auf vier Punkte ab. US-Amerikaner lieferten dem deutschen Team allerdings weiterhin einen harten Kampf, gaben nicht auf und kamen 40 Sekunden vor dem Ende wieder auf einen Punkt heran (71:72). Nach nur einem erfolgreichen der Deutschen bekamen die Amerikaner die Chance auf den erneuten Ausgleich, nutzten diese im Stil einer Topmannschaft eiskalt aus – zweite Verlängerung. Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase in den zweiten fünf Extraminuten leistete sich das DBB-Team dann jedoch einen folgenschweren Durchhänger zum ungünstigsten Zeitpunkt. Ballverluste, Fehlwürfe und Unachtsamkeiten in der Verteidigung verwandelten eine 77:75-Führung aus deutscher Sicht so postwendend in einen 77:84-Rückstand – die Entscheidung im Final-Krimi zu Gunsten der US-Amerikaner war gefallen. Nach einem überragenden Turnier und einem dramatischen Finale reichte es für die deutsche A2-Nationalmannschaft so letztlich zur Silbermedaille – eine Errungenschaft, auf die das Team mehr als nur stolz sein kann. “Im ersten Augenblick tut diese Niederlage natürlich sehr weh. Am Ende hat es leider nicht ganz gereicht. Ich denke, wir hätten das Spiel heute auch für uns entscheiden können. Ein paar ärgerliche Fehler weniger und wir gehen hier als Sieger vom Feld. Dennoch bin ich unglaublich stolz auf meine Männer. Das war heute und das gesamte Turnier über großer Sport. Wir haben immer alles gegeben und super gekämpft”, resümierte Bundestrainer Henrik Rödl nach dem Finale. Für Deutschland spielten: Konstantin Klein (FRAPORT Skyliners, 10 Punkte), Niklas Geske (Phoenix Hagen, 11), Dennis Kramer (EWE Baskets Oldenburg), Mathis Mönninghoff (BG Göttingen, 9), Maurice Pluskota (Basketball Löwen Braunschweig, 8), Kevin Bright (rent4office Nürnberg, 6), Stephan Haukohl (Mitteldeutscher BC, 1), Bogdan Radosavljevic (WALTER Tigers Tübingen, 10), David Brembly (ratiopharm ulm, dnp), Hans Brase (Princeton University/USA, 6), Johannes Thiemann (Brose Baskets Bamberg), Maodo Lo (Columbia University/USA, 16).