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Schwabenderby unter der Teck

09.01.2020

Zum ersten Heimspiel 2020 empfangen die Kirchheim Knights am Freitag die Tigers Tübingen in der Sporthalle Stadtmitte. Das Derby ist nicht nur ein Duell unter Nachbarn, auch die Tabellensituation in der BARMER 2. Basketball Bundesliga gibt dem Spiel zusätzliche Brisanz. Hinter dem Einsatz von Kirchheims Point Guard steht derzeit noch ein Fragezeichen. 

 

Die Auswärtsfahrt nach Quakenbrück war vor allem für einen Ritter sehr hart. Spielgestalter Dajuan Graf bekam mehrfach in der Partie seine Gegenspieler zu spüren. Ein leichter Cut am Auge, eine Verletzung an der Hand, sowie ein weiterer Schlag auf den Kopf setzten den US-Amerikaner zu Wochenbeginn außer Gefecht. Keine Gehirnerschütterung, aber eine Schädelprellung sorgte dafür, dass der Guard zunächst auf alle Trainingseinheiten verzichten musste. Ob er bis Freitag einsatzbereit ist steht bislang noch nicht fest. „Wir müssen abwarten wie es bei Dajuan am Freitag aussieht. Wenn er ausfällt werden andere für ihn einspringen, so wie das bisher auch der Fall war“, sagte Knights-Geschäftsführer Chris Schmidt. Neben Graf erlebte auch Center Till Pape eine kleine Schrecksekunde. Er bekam im Training den Finger eines Mitspielers ins Auge und musste die Einheit abbrechen. Am Folgetag aber Entwarnung und der junge Paderborner konnte wieder ins Training einsteigen. Auf die Kirchheimer wartet am Freitag ein Top-Duell, das die Basketballregion elektrisiert. Bereits am Mittwoch war der Großteil aller Tickets vergriffen. „Wir hatten einen großen Run auf die Tickets. Bereits einige Tage vor dem Spiel waren kaum mehr Sitzplätze zu bekommen. Die Stimmung wird sicher genial werden. Wir freuen uns enorm auf das Spiel“, so Schmidt. Einen nicht unerheblichen Teil dazu beigetragen haben dürfte das Hinspiel in Tübingen vor wenigen Wochen. Kurz vor Schluss sahen sich die Ritter, bis dato klarer Underdog, mit einem deutlichen Rückstand konfrontiert, als Kapitän Jalan McCloud zu einem Wahnsinnslauf ansetzte und die Knights doch noch mit 103:97 in Tübingen gewinnen konnten. Ein Spiel, das die Ritter mit viel Selbstvertrauen und Zuversicht noch für sich entscheiden konnten. Und die Teckstädter haben allen Grund dazu selbstbewusst zu sein. Nach schwierigem Saisonstart, gingen sieben der letzten neun Partien an die Kirchheimer. Ein Lauf, der nun fortgeführt werden soll. Die nächsten Wochen werden dabei für die Knights richtungsweisend sein. Mit Tübingen, Rostock und Paderborn treffen die Korbjäger auf direkte Konkurrenten. „Die letzte englische Woche lief sehr gut für uns. Jetzt stehen wir erneut vor einer großen mentalen Herausforderung. Es kann im Sport sehr schnell gehen. Nach oben wie nach unten. Deshalb müssen wir jedes Spiel hochkonzentriert angehen“, warnt Schmidt seine Mannen. Für Head-Coach David Rösch ist das dritte Spiel seiner Amtszeit ein ganz Besonderes. Schließlich war der neue Chef an Kirchheims Seitenlinie jahrelang im Tübinger Basketballprogramm aktiv und zuletzt Assistant Coach der Tigers. Dennoch konzentriert sich Rösch rein aufs Sportliche. „Die Tigers sind eine extrem athletische Mannschaft. Wir müssen das Tempo kontrollieren und uns geduldig als Mannschaft Vorteile erspielen“, sagte Rösch. Diese Stärken verteilen die Tübinger auf mehrere brandgefährliche Akteure. Diante Baldwin (11‚4), Kris Davis (11,1), Marvin Smith (10,5) und Enosch Wolf (11,1) erzielen allesamt eine zweistellige Punkteausbeute pro Partie. Dicht gefolgt von Roland Nyama (9,4) und Besnik Bekteshi (7,4).  Erst vor zwei Wochen zogen die Tigers die Reißleine und entließen Head-Coach Doug Spradley. Derzeit wird die Mannschaft vom bisherigen Co-Trainer Andrew Hipsher geleitet. Sein erstes Spiel ging gegen Leverkusen unglücklich mit 88:83 verloren. Die Tigers und Knights stehen in der Tabelle punktgleich im Mittelfeld (9. und 10.). Nur eine der beiden Mannschaften dürfte den Blick nach der Partie also nach oben richten. Während es auf Platz vier nur vier Punkte Differenz sind, beträgt der Abstand zu den Abstiegsplätzen sechs Zähler. Spielbeginn in der Sporthalle Stadtmitte ist um 20 Uhr.

 

 

Foto: Tanja Spindler