Der Vertrag zwischen den Bozic Knights und Center Nico Bretzel wird bis Saisonende verlängert. Damit steht der 2,12m große Ritter den Teckstädtern in der Rückrunde und für eventuelle Playoffs der Saison 2025/2026 zur Verfügung. Lukas Zerner fällt weiterhin aufgrund einer Schambeinentzündung aus.
Zunächst als Interimslösung bis zum Ende der Hinserie gedacht, hat sich die Partnerschaft der Knights mit dem ehemaligen Deutschen Meister und langjährigen Bundesligaakteur Nico Bretzel zu einer Erfolgsgemeinschaft entwickelt. Zum Ende der Vorsaison verletzte sich Lukas Zerner im Trikot der Dresden Titans. Zunächst wurde von einer mehrwöchigen Pause ausgegangen, die neuerliche Diagnose einer Schambeinentzündung etwa zwei Monate später, erschwerte die Situation enorm und verlängerte die Zwangspause auf mehrere Monate. Niemand konnte genau vorhersagen, wie lange der eigentlich geplante Neuakteur der Ritter ausfallen werden würde. Nachdem keine Besserung eintrat, mussten die Verantwortlichen reagieren und suchten kurz vor Saisonstart nach Ersatz. Eine schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass einige junge deutsche Centertalente in die USA ans College wechselten und der Markt daher härter den je umkämpft war. Unter anderem Ex-Ritter Toni Dorn wagte den Schritt über den großen Teich. Die Schwaben wurden direkt vor ihrer Haustüre fündig. Von Bundesligist ratiopharm Ulm wechselte Nico Bretzel in die Teckstadt. Der bundesligaerfahrene und ca. 110 kg schwere Korbspieler verbrachte seine gesamte bisherige Karriere bei den Ulmern. Nun sollte der erste Schritt an einen anderen Arbeitsplatz, mit mehr Verantwortung und mehr Spielzeit, folgen. Und das Ergebnis kann sich bislang sehen lassen. Nach holprigem Saisonstart haben sich Bretzel und Co. gefangen und acht der letzten zehn Pflichtspiele teilweise eindrucksvoll gewonnen. Damit stehen die Korbjäger in der BARMER 2. Basketball Bundesliga auf dem 6. Tabellenplatz. Dem Platz, der vorbehaltlich der Playoffs, für eine Teilnahme am Pokal 2026/2027 berechtigt. „Die letzten zwei Monate waren sehr gut. Die Mannschaft hat sich gefunden. Wir wollten den Kader in der Konstellation zusammenhalten und das ist mit der Unterschrift von Nico im letzten Schritt gelungen. Die Playoffs zu erreichen wäre schon verrückt, aber sich für den Pokal zu qualifizieren unglaublich. Aber es bringt nichts den Blick so weit nach vorne zu richten. Dafür haben wir noch viel zu viel Arbeit vor uns,“ sagte Knights Sportchef Chris Schmidt. In den vergangenen beiden Jahren scheiterten die Knights nur knapp daran. In der Vorsaison gelang die Qualifikation zu den Playoffs trotz Punktgleichheit mit Platz sechs, sieben und acht aufgrund des direkten Vergleichs nicht und im Jahr zuvor sorgte der Siebtplatzierte aus Karlsruhe mit einem Überraschungserfolg in der ersten Playoffrunde gegen Giessen, das die Schwaben die sichergeglaubte Qualifikation auf Platz sechs nach der Hauptrunde doch noch verloren. Ob nun ein erneuter Angriff gewagt werden kann muss sich erst noch zeigen. „Wir haben noch eine komplette Rückrunde und viele extrem schwierige Aufgaben vor uns. Wir müssen jede Einzelne seriös angehen und dann kucken wir, was dabei herauskommt,“ sagt Schmidt. Dabei soll Nico Bretzel helfen und einen entscheidenden Faktor darstellen. Mit 8,6 Punkten und 5,6 Rebounds pro Partie leistet der Publikumsliebling einen wichtigen Beitrag für den momentanen Erfolg der Ritter. Immer häufiger wird sein Impact auf das Ritterspiel deutlich. Zu Saisonbeginn wurde der 26-jährige, der gemeinsam mit Lucas Mayer zu den ältesten Akteuren in der Knights Mannschaft gehört, von kleineren Blessuren ausgebremst. „Es war klar, dass Nico ein wenig Zeit braucht, um sich an eine neue Rolle, mehr Verantwortung und eine andere Liga zu gewöhnen. Diesen Prozess hat er gut abgeschlossen und wir hoffen, dass er eine stabile Konstante für uns in der Rückrunde sein kann. Das werden nicht immer herausstechende Statistiken zeigen, sondern vielmehr seine Verfügbarkeit und körperliche Stabilität,“ ergänzt Schmidt. Seit einigen Wochen zeigt die Leistungskurve nach oben und der ehemalige Ulmer hat sich gut ins System von Head Coach Perovic eingefügt. Der „Routinier“ freut sich ebenfalls über die Vertragsverlängerung. „Das Vertrauen des Vereins bedeutet mir viel und ich bin motiviert, weiter alles für das Team und unsere gemeinsamen Ziele zu geben. Ich bin sehr gespannt, was diese Saison noch passiert,“ so Bretzel. Weiter verzögert sich ein Comeback von Lukas Zerner. Bis mindestens inkl. Februar, so die neueste und aktuellste Prognose, wird der gebürtige Münchner nicht trainieren können. Schon rund um das Xmas Game in Göppingen tauschten sich Zerner, Head Coach Perovic und Schmidt aus. „Das Wichtigste ist das Lukas aufs Parkett zurückkehren kann. Dann muss er erstmal step by step in Form kommen. Das wird nach mindestens neun, eher zehn Monaten Basketballpause dauern. Daher waren wir alle uns im Klaren, das eine konkrete Rolle diese Saison alleine schon zeitlich nicht mehr drin ist. Für die Zukunft ist er aber, abhängig von seinem Gesundheitszustand, absolut eine Option für uns,“ erklärt Schmidt. Der 25-jährige gehört weiterhin zur Mannschaft. Wie, wann und ob er ins Training einsteigen kann ist primär abhängig vom Verlauf seiner Rehamaßnahmen.
Foto: Nina Sander / Bozic Knights
