In der BARMER 2. Basketball Bundesliga konnten sich die Bozic Knights am Samstagabend in der heimischen Sporthalle Stadtmitte gegen den Tabellenletzten aus Vechta deutlich mit 98:64 durchsetzen. Da parallel die direkten Konkurrenten aus Tübingen und Bochum jeweils verloren, klettern die Schwaben in der Tabelle auf Platz Sieben. Aufgrund einer äußerst seltenen und ungewöhnlichen Tabellenkonstellation haben die Ritter ihr Schicksal am letzten Spieltag dennoch nicht in der eigenen Hand

Viele gut gelaunte Knights Fans hatten sich bei schönem Wetter in der Sporthalle Stadtmitte zum letzten Spieltag der regulären Saison eingefunden, um ihre Ritter beim Kampf um die Playoffs zu unterstützen. Vor Spielbeginn sorgte Hallensprecher Daniel Zirn für Gänsehautstimmung, der das Karriereende von Kampitän Dimi Ward nach der laufenden Spielzeit, sowie die Vertragsverlängerung von Publikumsliebling Lucas Mayer bekanntgab. Der Start in die Partie verlief mäßig. Schnell sahen sich die Teckstädter mit einen 8:0 Rückstand konfrontiert. Knights Coach Perovic verzichtete auf die frühe Auszeit und seine Mannen fanden Schritt für Schritt besser ins Spiel. Bereits zur Viertelpause war der Rückstand egalisiert und man selbst lag mit 23:17 in Führung. Diese konnte im Verlauf des zweiten Viertels weiter ausgebaut werden, sodass es zur Halbzeit bereits 50:36 stand. Die endgültige Entscheidung in einer einseitigen Partie fiel im dritten Viertel. Defensiv ließen die Hausherren kaum mehr etwas zu. Die Offensive wurde von schönem Teamplay geprägt. Insgesamt erzielten die Bozic Knights 27 Assists. Nach dem dritten Viertel war die Partie beim Stand von 74:46 entschieden. Im Schlussviertel sorgte Youngster Neil Schwanenberg mit seinen ersten Knights Punkten für das emotionale Highlight. Insgesamt sechs Akteure erzielten zehn oder mehr Punkte für die Ritter. Dimi Ward zeigte in seinem letzten Heimspiel mit 3/3 verwandelten Dreiern nochmals seine ganze Klasse. Nach Spielende versammelte sich die Mannschaft auf dem Spielfeld. Ward bekam das Mikrofon und richtete einige rührende Worte an die Fans, seine Familie, Mannschaftskameraden und Mitarbeiter der Knights. Anschließend wurde zusammen gebannt auf die beiden Spiele von Tübingen und Bochum geschaut. Nur wenige Zuschauer verließen die Halle. Während Bochum bereits deutlich zurücklag, ging das Spiel Giessen vs. Tübingen in eine spannende Schlussphase. Am Ende konnte sich Giessener durchsetzen, wodurch die Teckstädter in der Tabelle nun die gleiche Anzahl an Punkten aufweisen wie Tübingen und Bochum und aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs auf Platz sieben kletterten. Großer Jubel brandete in der SHSM auf. „Ich bin schon viele Jahre hier dabei, aber die Momente als Dimi sein Karriereende bekanntgegeben hat, Lucas seine Vertragsverlängerung und auch das gemeinsame Bangen und Hoffen auf Giessen mit der Mannschaft, den Fans, den Kollegen, das war schon alles sehr emotional und besonders. Sehr viele schöne Momente,“ sagte Knights Sportchef Chris Schmidt. Da jedoch der Tabellensechste aus Hagen zuhause gegen Bremerhaven unterlag, kann es am letzten Spieltag zu einem seltenen Vierervergleich kommen. Sollte Hagen in Jena beim Tabellenführer verlieren und die Knights, Tübingen und Bochum jeweils gewinnen, würden alle vier Mannschaften von Platz sechs bis neun die gleiche Anzahl an Punkten haben. Die Knights unterlagen im bisherigen Saisonverlauf zweimal den Hagenern und würden dadurch auf den letzten Platz der Viererkonstellation und somit aus den Playoffs fallen. „Wir müssen am letzten Spieltag gewinnen und hoffen, dass entweder Hagen gewinnt und/oder Tübingen und/oder Bochum verlieren. Das ist schon eine absurde Situation, das wir vor dem letzten Spieltag Siebter sind und selbst bei einem Sieg noch zwei Plätze abrutschen könnten. Auch das eine Mannschaft mit 20 Siegen nicht in die Playoffs kommen könnte ist in der ProA noch nie passiert. Aber es ist so wie es ist und wir werden, wie die letzten Wochen schon, nach uns kucken. Der Job in Dresden zu gewinnen dürfte schon herausfordernd genug werden. Das müssen wir erstmal erledigen und dann kucken wir wofür es gereicht hat,“ fasste es Sportchef Chris Schmidt zusammen. Bereits am Freitag reisen die Teckstädter zum letzten Spieltag nach Dresden. Spielbeginn ist am Samstag um 19:30 Uhr. Übertragen wird das Spiel auf sportdeutschland.tv.

Es spielten: Schwanenberg (3 Punkte), Norris (17), Dorn (16), Mayer (10, 5 Rebounds), Graham (10, 10 RB), Stief (0), Henry (17), Kolo (n.e.), Aydinoglu (2, 9 Assists), Ward (9), Pickett (10, 9 RB)

Foto: Nina Sander / Bozic Knights